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Pilgerwanderung Neustadt/Weinstrasse - Kloster Hornbach

Montag, 13.Okt. 2008, Kusel Bahnhof, es geht los - auf zum Pfälzer Jakobsweg, die nördliche Route.
Pünktlich 7.33 Uhr fuhr die Bahn an und alle waren an Bord, keiner ist abgesprungen!
Vor Aufregung waren die meisten schon sehr früh am Bahnsteig, nur zwei ortsbekannte Damen - das war die Schwierigkeit auf dem Weg zum Bahnhof -, erreichten den Zug nur knapp vor der Abfahrt.
Jeder wurde mit großem Hallo begrüßt und alle wurden schnell miteinander bekannt. Selbst die anderen Fahrgäste nahmen großen Anteil an der aufgekratzten Stimmung und manche erzählten gar von eigenen Erfahrungen auf dem Jakobsweg. Nach kurzweiliger Fahrt verließen wir den Zug in Neustadt/Weinstraße. Das warme Wetter veranlasste uns gleich, Jacken und Pullover in den Rucksack zu verstauen. Nach erster getaner „Arbeit“ genossen wir am Bahnhof sogleich den ersten gemeinsamen Kaffee.
Um 9.30 Uhr starteten wir zur ersten Etappe von 24 km. Der Weg führte uns durch Neustadt, am Herz-Jesu-Kloster vorbei durch Täler und Wälder nach Elmstein. Bilder Der erste Anstieg ließ uns deutlich unser Gepäck auf dem Rücken spüren, und jeder hatte das Gefühl, für eine Woche zuviel gepackt zu haben. Regelmäßige Trinkpausen und kleine Rastminuten sorgten für ein zügiges Vorankommen. Jeder tauschte sich mit jedem aus und schnell lagen die ersten 18 km hinter uns. Beim Anblick des Forthauses Breitenau kam mir lebhaft die Erinnerung an ein großes leckeres Stück Kuchen, welches ich nach einer MTB - Tour im Pfälzer Wald genossen hatte. Diese Beschreibung löste bei allen Teilnehmern den dringenden Wunsch einer Rast aus. Also gaben wir uns dem köstlichen Kuchen, der Apfelsaftschorle oder dem kühlen Bier hin, was unsere gute Stimmung zu ausgelassener Lebendigkeit steigern ließ. Auch wurden wir um eine Erfahrung reicher, die schon vieler Pilger vor uns erlebten, bei Wasser oder Wein ist nicht immer alles ganz rein. Die letzten Tageskilometer gingen wir beschwingt an und kamen lahmend, aber schwatzend im Naturfreundehaus Elmstein an. Ein genussvolles Abendessen, Pfälzer Kartoffel und Quark, wurde mit Wohlbehagen verschlungen. Nette Wanderbekanntschaften und witzige Erlebnisse ließen noch lange unseren Bauch vor Lachen beben.
Erkenntnisse des Tages: Gepäck reduzieren auf das, was man wirklich braucht. Die Last ist schwer und leicht zugleich, denn es ist für ein paar Tage nur die eigene Last zu tragen.

Dienstag, 14.10.2008. Wir liefen uns nach einem lebhaften und opulenten Frühstück schweigend ein. Jeder spürte ein wenig zu deutlich so manche Körperteile. Auf unserm Pfad am Bach entlang sahen wir Fußspuren und wir wussten die Pilgerbekannten aus Westfalen vor uns auf dem Weg. Ab Speyersbrunn verließen wir den Talweg am Bach und gingen bergan durch den Wald zum Johanniskreuz. Nach 4 Stunden legten wir die Rücksäcke im eindrucksvollen Haus der Nachhaltigkeit ab und lauschten interessiert dem jungen Mann, der voll Hingabe über die Historie des Pfälzer Waldes sprach. Unsere Mittagsrast verbrachten wir im Cafe´ Nicklis bei Gulaschsuppe oder dem obligatorischen Kaffee und Kuchen - hmmm lecker. Mit neuer Kraft für das letzte Stück Weg verließen wir das Cafe´, wo wir liebevoll umsorgt waren und trafen auf „unsere Westfalen“, sodass wir bis nach Trippstadt gemeinsam plaudernd zusammen gingen. Bei Familie Dechent wurden wir freundlich aufgenommen und nach kurzer Erholungspause verbrachten wir einen geselligen Abend in der örtlichen Pizzeria.
Die Erkenntnis dieses Abends lautet: A bisserl a Schuft zur rechten Zeit, verdoppelt die Lebensfreud.

Mittwoch, 15.10.2008. Heute heißt es rechtzeitig aufbrechen.
Herzhaftes rustikales Brot, Eier, Käse, selbst gemachte Marmelade, und alles mehr als reichlich. Was für ein Frühstück!
Um 8.13 Uhr setzen wir die ersten Schritte nach Landstuhl.
Alles Blut ist in den Füßen, es brennt und pocht. Der Rucksack ist das geringste Übel. Wir müssen wohl geplant laufen, wohlbedachte Pausen setzen, denn um 14.30 Uhr wollen wir 20 km weiter in Landstuhl sein. Erst liefen wir vom sehenswerten Karlstal durch das industriehistorische Hammertal. Die Blätter raschelten unter unseren Füßen, jeder hing seinen Gedanken nach. Schweigen. Nach 10 km den Gelterswoog erreicht, ruhig und still das Wasser, wenig Betrieb, genau der richtige Ort für eine Pause. Runter mit den Rucksäcken und schon wurde es wieder lebhaft. Von jetzt an trennten uns von Landstuhl nur noch 10 km. Auf diesem letzten gemeinsamen Stück wurden die erlebten Eindrücke ausgetauscht und die persönlichen schönsten Minuten noch einmal erzählt, denn jetzt heißt es Abschied nehmen. Mancher fährt aus Zeitmangel mit Bedauern nach Hause, andere stoßen hinzu. Am Bahnhof herzliche Begrüßung der Neuen. Drei der Stammgruppe nutzen die Möglichkeit eines kurzen Transfers mit der Bahn und laufen von Hauptstuhl zur Fritz-Claus-Hütte. Durch glückliche Umstände konnte ich meinen Rucksack zur Hütte „senden“ und laufe nun leichten Fußes mit den vier Neuen, die 12,5 km zum Naturfreundehaus, unsere Ruhestätte zur Nacht. Nach einer kurzweiligen und abwechslungsreichen Wanderung traten wir in die Hütte. Bilder Alle Tische sind besetzt, die Stimmung bombastisch, Stimmung bombastisch, jeder singt und ruckzuck waren wir mittendrin. Hatten wir nicht erst gerade unsere Erbsensuppe gegessen, was, schon Schlafenszeit?
Erkenntnis des Tages: Der längste Tag kann zum kürzesten werden.

Donnerstag, 16.10.2008. Das erste Mal Nieselwetter, angenehme Temperaturen und nur 23 km Tagesmarsch. Schon nach wenigen Kilometer passierten wir die Elendsklamm in Richtung Lambsborn, später Bechhofen mit dem Ziel Homburg-Kirrberg. Kaum tut was weh. Der beste Tag, nur nicht für unsere Neuen, denn die waren ja erst am Anfang des Weges. Der Weg war bis zum Schlossbergwald eindeutig, dort hatten wir das erste Mal Orientierungsprobleme und suchten für eine halbe Stunde den richtigen Weg. Doch mithilfe aller kamen wir den Fehler schnell auf die Spur und beendeten diese Etappe am frühen Nachmittag, obligatorisch mit - ja richtig - Cappuccino und Apfelkuchen. Danach erfolgte eine innige Verabschiedung, denn die Schnupperzeit „wie ist es denn so ist zu pilgern“ ist leider schon vorbei. Nun waren wir noch zu zweit, zwei, die vom Anfang bis zum Ende das Kloster Hornbach wandern. Zehn kleine Pilgerlein waren wir auf Zeit, geblieben für den Weg so weit, sind wir nur noch zu zweit.

Freitag, der 18.10.2008. Unsere erste ruhige Nacht, wir schliefen lange und ausgiebig. Zum Frühstück gab es Spiegeleier, Kaffee, Marmelade, und, und, und. So gestärkt machten wir uns wohl gelaunt früh auf dem Weg. Um 8.00 Uhr erfasst uns der Sog des Klosters Hornbach. Wir kamen gut voran, auch wenn es stetig bergauf und bergab ging. Alles schien leicht zu sein! In Zweibrücken hielten wir unsere große Mittagspause und freuten uns jetzt schon auf den Kaffee im Kloster, denn bis dahin sind es nur noch 13 km. Josef scheint Flügel zu haben, auf den letzten 10 km flogt er förmlich an Wanderer ohne Gepäck mit seinem schweren Rucksack vorbei. Ich halte gerade noch Schritt und wunderte mich im Stillen über den wundersamen Kräftezuwachs. Erkenntnis: Die ersten drei Tage tut’s noch weh, die letzten zwei ist das Einerlei.
Kurz vor Hornbach kommt die Sonne raus und es wird noch mal richtig warm. Was für ein Geschenk!
Geschafft, wir durchschritten die Klostermauern, 5 Tage lagen jetzt hinter uns und wir setzten uns still auf die Bank im Hof, genossen die Wärme, unsere eigene Ruhe und den Duft des Kaffees.

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